Hinsichtlich der Finanzierung des Heimplatzes gibt es folgende Möglichkeiten:

 

a) Selbstzahler

Der Heimbewohner ist aufgrund seines Einkommens und Vermögens zur Bezahlung der gesamten Heimkosten fähig. Für Selbstzahler sind daher die gesamten Pflegegebühren an die Heimverwaltung einzuzahlen.

b) Teilzahler

Der Heimbewohner ist nicht in der Lage, die Pflegegebühren aus Eigenmitteln (Pflegegeld, Pension, Vermögen, Drittverpflichtungen, etc.) abzudecken. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf Gewährung von Mindestsicherung zur stationären Pflege für betreuungs- und pflegebedürftige Personen zwecks öffentlicher Unterstützung beim Land Tirol, Abteilung Soziales (ab Pflegestufe 3) bzw. bei der Gemeinde (Pflegestufe 1 und 2) zu stellen.

 

Was zählt zum Einkommen / Vermögen?

Zum Einkommen zählen alle Pensionen oder Renten, Pflegegelder oder sonstige regelmäßige Einkünfte (z.B. Mieteinnahmen).

Pensionen und Renten werden jeweils mit 80% des Nettobetrages zur Heimkostenbezahlung herangezogen. 20% verbleiben als "Taschengeld", ebenso die 13. und 14. Pensionszahlung. Vom Pflegegeld verbleibt ein "Taschengeld" von dzt. € 45,18 (10% des Pflegegeldes der Stufe 3).

Zum Vermögen gehören Sparbuchguthaben, sonstige Kontoguthaben, Bargeld, Lebensversicherungen, Bausparverträge, Wertpapiere, Liegenschaftsbesitz (Wohnungen, Häuser etc.). Liegenschaften sind grundsätzlich zur Bezahlung der Heimkosten heranzuziehen, wobei abzuklären ist, ob ein Verkauf in Frage kommt. Sollte die Verwertung eines Liegenschaftbesitzes nicht möglich sein und das tatsächliche Einschreiten eines Trägers der Mindestsicherung erforderlich werden, ist auf jeden Fall eine Besicherung der Hilfeleistung im Grundbuch durchzuführen. Somit wird der Heimplatz über das Land Tirol (Mindestsicherung) vorfinanziert.

 

Wie geht das Mindestsicherungsverfahren vor sich?

Der Antrag auf Gewährung von Mindestsicherung wird direkt von den Heimen ausgefüllt. Bei Pflegeheimbewohnern liegt die endgültige Entscheidung beim Land Tirol. Antragsformulare erhalten Sie im "Haus Ehrenberg". Die Mitarbeiter der Verwaltung sind Ihnen beim Ausfüllen der Formulare gerne behilflich. Folgende Unterlagen sind ergänzend im Haus Ehrenberg vorzulegen:

  • alle Pensionsbescheide (auch ausländische)
  • Sparbücher (alle Seiten)
  • Wertpapierdepots
  • Lebens- und Sterbeversicherung
  • Vertragsunterlagen wenn Haus / Grundbesitz vorhanden ist
  • die Kontoauszüge der letzten sechs Monate

Unterhaltspflicht von Angehörigen

Im Tiroler Mindestsicherungsgesetz ist vorgesehen, dass Ehegatten untereinander zum Unterhalt herangezogen werden. Kinder von Heimbewohnern sind ab 1.1.2009 von der Kostenersatzleistung befreit, d. h. Kinder müssen im Rahmen ihrer Unterhaltsplficht keinen Kostenbeitrag für den Heimaufenthalt ihrer Eltern leisten.

 

Heimkosten pro Tag (2017)

(Pflegestufe 1) Erhöhte Betreuung 1  € 56,60 netto
(Pflegestufe 2) Erhöhte Betreuung 2  € 69,70 netto
(Pflegestufe 3) Teilpflege 1  € 89,60 netto
(Pflegestufe 4) Teilpflege 2  € 109,30 netto
(Pflegestufe 5) Vollpflege  € 127,90 netto
(Pflegestufe 6) Vollpflege  € 127,90 netto
(Pflegestufe 7) Vollpflege  € 127,90 netto

zzgl. 10% Umsatzsteuer

Bei Abwesenheit auf Grund eines Krankenhausaufenthaltes wird eine Platzfreihaltegebühr (Tagsatz abzüglich Kosten von € 7,-) verrechnet.

 

Besonderheiten bei der Kurzzeitpflege:

Bei Kurzzeitpflege gelten die Tagsätze zuzüglich einer zehnprozentigen Aufwandspauschale. Es gibt unter besonderen Voraussetzungen die Möglichkeit, ein Ansuchen um Gewährung eines Zuschusses für die Kurzzeitpflege zu stellen. Das Ansuchen wird der Rechnung beigelegt. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt im Nachhinein gegen Vorlage der Originalrechnung. Gefördert werden höchstens 28 Tage im Jahr. Der Antragsteller ist in diesem Fall die pflegende Person. Auf den Zuschuss besteht kein Rechtsanspruch.